Straßenbahn

Bereits Mitte der 70er Jahre wurde bei der damaligen DMV AG 1/25 eine Straßenbahnanlage gebaut. Zu sehen war diese erstmalig bei der großen Modellbahnausstellung unter dem Berliner Fernsehturm im Jahre 1979. Ein Bericht über diese Anlage wurde damals in der Zeitschrift "Der Modelleisenbahner" veröffentlicht. Weitere Ausstellungen folgten erst wieder ab Mitte der 80er Jahre. 1994 wurde die Anlage letztmalig in der Öffentlichkeit gezeigt. Die inzwischen durch den Betrieb entstandene schlechte Gleislage sowie die mangelhafte Kontaktgabe befriedigten nicht mehr. Außerdem sollte der Anlagenbetrieb interessanter gestaltet werden. Der geplante Umbau wurde dann allerdings nicht ausgeführt. Was folgte war der Abriss und vollständige Neubau der Straßenbahnanlage. Diese wurde dann erstmalig zur Jahresveranstaltung des AKTT im Jahre 1996 in Bad Dürrenberg ausgestellt. Straßenbahnen verkehren auf TT-Anlagen nur sehr selten, spezielle Anlagen zu dieser Thematik gibt es noch weniger. Der Grund hierfür dürfte wohl darin zu suchen sein, daß es kaum Industriemodelle im Maßstab 1:120 gibt. Wer sich dieser Thematik widmet, muss letztendlich zum Selbstbau greifen.
Da der Betrieb auf der Straßenbahn etwas monoton ist, wurde die Anlage in den letzten Jahren um ein Nebenbahnteil erweitert. Dadurch ist ein abwechslungsreicher Zugbetrieb für Zuschauer und Anlagenbediener gewährleistet.

 Konstruktiver Aufbau

Die Anlage hat die Abmessungen von 4 m x 1 m. Die Grundplatte besteht aus Sperrholzplatten mit Holzrahmen, der durch Querverstrebungen verstärkt wird. Der Rahmen steht auf drei Holzböcken. Die Anlage ist in der Mitte teilbar, um so einen Transport zu ermöglichen.

 Motiv

Dargestellt wurde eine Kleinstadt mit angrenzendem Neubaugebiet in der Zeit von 1960 bis 1980, die verkehrstechnisch durch eine schmalspurige Straßenbahn 
(1000 mm) erschlossen wird. Durch einen Gleisanschluss mit Rollgrube und Umladegleis zur Staatsbahn wird auch ein Güterverkehr zu einigen Industrieanschlüssen auf der Straßenbahn ermöglicht. Hierfür kommen spezielle Fahrzeuge, wie Rollwagen, Rollböcke und eine Schmalspur-Kö, zum Einsatz. Die Straßenbahn selbst verfügt auch über ein Depot mit Wagenhalle und Abstellgleisen.

Gleismaterial

Da eine Straßenbahn mit 1000 mm Spurweite dargestellt werden sollte, wurden  N- Gleise und N- Weichen verwendet. Das Gleismaterial stammt von Trix und die Weichen von Roco. Für die Weichen wird ein motorischer Antrieb von Bemo eingesetzt. Das TT-Gleis und die Weichen sind von Pilz, die motorischen Weichenantriebe stammen von Fulgurex. Die Schotterung der Gleise erfolgte mit feinem Granitschotter von Asoa. Dieser wurde mit Rostfarbpuder und BW-Schmutz von Rainershagener Naturals eingefärbt.

 Gebäude

Bei vielen Gebäuden handelt es sich um die alten aber immer noch schönen Pappbausätze von Auhagen. Weitere handelsübliche Bausätze wurden größtenteils modifiziert. So entstand das Stadttor aus Prägepappen und dem Turm eines Bausatzes. Die Wagenhalle der Straßenbahn ist ein Selbstbau. Verwendet wurden hierbei Holz und Prägepappen sowie feines Sandpapier zur Nachbildung des Daches. Die große Kirche ist ein älteres Pappmodell, das nicht mehr im Handel erhältlich ist. Der Rohbau eines Hauses entstand aus Pappe und wurde farblich behandelt.

Landschaftsgestaltung

Für die Bürgersteige wurden Prägepappen von Faller verwendet, das Straßenpflaster ist von Heki. Die Bäume entstanden ausschließlich im Selbstbau. Für die Baumstämme wurden entweder Kupferdraht oder Naturmaterialien verwendet. Beflockt wurde das Geäst mit Hekiflor. Büsche und Sträucher sind aus dem gleichen Material. Die Oberleitungsmasten kommen aus dem N-Sortiment von Sommerfeldt. Auf die Nachbildung der Oberleitung wurde jedoch verzichtet. Die Leuchten sind von verschiedenen Herstellern. Die Grabsteine auf dem Friedhof wurden fotografisch hergestellt. Bei der Trauergemeinde handelt es sich umgefärbte  Hochzeitsgäste von Preiser. Der Pfarrer ist eigentlich eine HO-Figur. Durch Kürzen der Beine passt er aber sehr gut zu TT.

Fahrzeuge

Vorhanden sind gegenwärtig sechs Straßenbahnzüge. Davon entstanden drei im Selbstbau aus Messingblech unter Verwendung von N- Teilen aus DDR-Produktion. Jeder Triebwagen hat ein konkretes Vorbild. Ein Gotha ET57 und ein Kt4D bereichern seit wenigen Jahren den Fahrzeugpark. Ergänzt werden diese Fahrzeuge durch Rollböcke und Rollwagen, die von der Schmalspur - Kö oder einer 4-achsigen E-Lok gezogen werden. Hier ist jedoch zu erwähnen, dass nicht alle Modelle dem Verein gehören, sondern einige von Vereinsmitgliedern zu Ausstellungen zur Verfügung gestellt werden.

weitere Infos zu den Straßenbahnen

Steuerung

Die Steuerung der Straßenbahn und der Nebenbahn erfolgt automatisch über einen Einchipmikrorechner oder per Hand, die Bedienung der Anschlussgleise ausschließlich von Hand. Vor der Abfahrt der Straßenbahnen von der Haltestelle ertönt das typische Klingeln.

 Ausblick

Die Anlage wird weiter betriebsbereit gehalten. Im Landschaftsbereich werden hin und wieder neue Motive gestaltet. Gealterte Materialien wie Bäume oder Straßenpflaster werden erneuert .

Da die Vereinsarbeit nicht im Verborgenen stattfindet, ist natürlich auch an die Teilnahme bei Ausstellungen gedacht. Die Anlage kann einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Aufgrund der Besonderheiten der Straßenbahnthematik dürfte unsere Anlage bei Ausstellungen wohl etwas Besonderes sein.

 Besonderheiten

Da die Anlage auch vollautomatisch betrieben werden kann ist auch ein Ausstellungsbetrieb ohne ständige Betreuung (wie z.B. in Einkaufszentren) möglich.

Text und Bilder entstanden mit freundlicher Unterstützung des TT Kurier